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Ich muss, du musst, er muss…

Zahlreiche Ratgeber, Foren, Sendungen und Lifestyle-Coaches beschäftigen sich mit dem Thema des (Selbst-)Bewusstseins. In Zeiten von Burnout und stressbedingten Depressionen steigen Nachfrage und Angebot von Entspannungsworkshops, Achtsamkeitstrainings und Body-and-Mind-Kursen stetig.

Bewusster Umgang mit sich, seinen Mitmenschen und der Umwelt scheint etwas zu sein, dass wir verlernt haben. Hat man sich früher einen Tee gemacht, in eine warme Decke gekuschelt und ein Buch oder die Lieblingszeitschrift aufgeschlagen, um den Alltag von sich abfallen zu lassen, hetzt man heute von einem Termin zum anderen und nicht selten arten sogar Yogakurse oder das Achtsamkeitstraining in Stress aus, da wir versuchen noch das letzte bisschen Tag sinnvoll mit Inhalt zu füllen. Doch wie sinnvoll ist es wirklich gestresst von der Arbeit in den Yogakurs zu hetzen und auf der Matte beinahe zu kollabieren? Geht es doch bei einer Bewusstseinseinheit eigentlich darum einmal Geist und Körper in Einklang zu bringen und absolut präsent zu sein und nicht nach Luft schnappend den Kopfstand in Perfektion auszuführen.

Wieviel Zeit bleibt denn eigentlich noch, um tatsächlich bewusst und achtsam durchs Leben zu gehen? Sich selbst und sein Umfeld wahrzunehmen, im Hier und Jetzt? Seien wir mal ehrlich: Im Regelfall überhaupt keine! Schlafmangel und Überstunden scheinen ja mittlerweile ein scheinbar erstrebenswertes Ziel zu sein. Wetteifern, wer denn am längsten in der Firma bleibt – die Qualität der Arbeit sei nach 10 Stunden mal dahingestellt – gehört zum guten Ton. Ist man sich dieser Entwicklung nicht bewusst, nützt einem leider auch die beste Meditation nichts.

Vielleicht sollten wir uns einfach mal wieder erlauben, ein bisschen mehr auf uns selbst zu hören, uns selbst und damit auch der Umgebung bewusst zuwerden. Einmal wieder richtig hinhören, was der Körper so möchte. Es istvermutlich nicht das Fitnesstraining an sechs Tagen die Woche und auch keinemonatelange Fastenkur, keine 60 Stundenwoche und kein Hetzen von A nach B.

Vielleicht sollten wir uns einfach mal wieder erlauben, ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Ein gutes Buch nehmen und die kalte Winterzeit dazu nutzen uns auf die Couch zu kuscheln und mit einer guten Freundin oder einem guten Freund, dem Partner oder der Familie bei einem warmen Getränk und einem herrlichen Glas Wein den Tag Revue passieren zu lassen.

Vielleicht sollten wir uns einfach mal wieder erlauben, ein bisschen weniger zu wollen und mehr zu machen. In uns vertrauen und darauf bauen, dass wir es schon bis hierher geschafft haben. Unsere Großeltern kamen erstaunlicherweise ganz ohne Yoga und Zeitmanagementkurse aus. Auch wenn das natürlich niemand hören möchte.

Womöglich sollten wir uns deutlich machen, dass es manchmal ganz einfach hilft tief durchzuatmen, die Augen aufzumachen und gut hinzuhören, was wirklich um und in einem vorgeht.

-Textliaison-

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